Zweiter Prüfungsmarathon an der Carl-Helbing-Schule

167 Prüflinge wollen ihren Berufsabschluss oder ihren Hauptschulabschluss diese Woche erwerben

Die schriftlichen Prüfungen zum Abitur, zur Fachhochschulreife sowie die Abschlussprüfungen zur Fachschulreife (mittlerer Bildungsabschluss) sind geschafft. Jetzt startet an der Carl-Helbing-Schule in dieser Woche die zweite große schriftliche Prüfungsrunde. Über 150 Prüflinge aus den Bereichen Industrie, Groß- und Außenhandel, Sport und Fitness, Gesundheit sowie Einzelhandel und Verkauf legen ihre Abschlussprüfungen ab. „Hinsichtlich der Raum- und Aufsichtsplanung unter Berücksichtigung der Abstandsregeln und sonstiger Hygieneregeln in Corona-Zeiten haben wir mittlerweile Erfahrung. Trotzdem ist die Organisation so vieler Prüfungen und gleichzeitig Präsenzunterricht für möglichst alle Klassen eine sehr große Herausforderung. Dennoch haben wir im Schulleitungsteam bis jetzt sehr gute Lösungen finden können, sodass wir unseren Prüflingen optimale Prüfungsbedingungen bieten können,“ so Schulleiterin Ulrike Börnsen.

Es ist die Besonderheit der beruflichen Schulen, dass eine Prüfung die nächste jagt. Denn im zweiten Prüfungsmarathon schreiben auch die Schülerinnen und Schüler des Vorqualifizierungsjahrs Arbeit und Beruf, kurz VABR, ihre Prüfungen. Diese 17 Prüflinge legen an der Schule die Hauptschulabschlussprüfung ab. Es sind Jugendliche, die in den letzten beiden Jahren neben den Fächerinhalten für den Hauptschulabschluss auch noch die deutsche Sprache erlernen mussten. Christiane Becker, die Klassenlehrerin, meint: „Wir haben versucht unser Bestes zu geben, um die Schülerinnen und Schüler auf die Prüfung vorzubereiten. Die Schwierigkeit war, dass wir sie während des Lock down nicht immer alle erreicht haben. Daher haben wir, die Lehrerinnen und Lehrer der VABR, in den Pfingstferien zusammen mit dem Schulsozialarbeiter Herrn Putz Lernangebote gemacht und hoffen, sie nun erfolgreich durch die Prüfung zu führen.“ Durch den Abschluss verbessern sie erheblich ihre Chancen auf eine Berufsausbildung. „Daher drücken wir auch den VABlern ganz besonders die Daumen“, erläutert Schulleiterin Ulrike Börnsen.

Von Seiten der Schülerinnen und Schüler ist der einhellige Tenor, dass sie froh sind, dass es nach den pandemiebedingten Verzögerungen jetzt endlich mit den Prüfungen losgeht. Entsprechend kommentiert Selina Trotter, angehende Verkäuferin, den Beginn der Berufsschulabschlussprüfungen: „Vor Prüfungen bin ich natürlich immer etwas angespannt, weil ich nicht genau weiß, was gefragt werden wird. Aber wir hatten in der Zeit, in der die Schule geschlossen war, durchgehend Fernunterricht und jetzt nochmals ein paar Wochen Präsenzunterricht, in dem die Prüfungsvorbereitung das Top-Thema war. Daher gehe ich optimistisch in die Prüfungen. Ich freue mich auf mein Abschlusszeugnis und darauf, dass der Lernstress dann vorbei ist und ich wieder mehr Zeit für meine Familie und Freunde haben werde.“

Um der besonders herausfordernden Situation, in der sich die Schülerinnen und Schüler die letzten Wochen befunden haben, Rechnung zu tragen, sind die Lehrkräfte vom Kultusministerium angehalten, ihren Bewertungsspielraum im Rahmen ihrer rechtlich möglichen pädagogischen Freiheit im Interesse der Schülerinnen und Schüler zu nutzen. Diese dem Fairnessgedanken entsprungene Forderung gilt es nun mit Augenmaß bei der Bewertung auch für die Berufsschulabsolventen und VAB-Rler umzusetzen.