Ein Tag für die Umwelt an der Carl-Helbing-Schule

Am Umwelttag der Carl-Helbing-Schule hatten die Schülerinnen und Schüler aller Schularten die Möglichkeit, an zahlreichen Mitmachaktionen und Vorträgen teilzunehmen, die ihren individuellen Interessen entsprachen. Der Tag wurde maßgeblich von den Schülersprecherinnen und -sprechern Lilly Anbarestani, Helen Frey, Can Bilic und Rascha Dawli zusammen mit ihren Verbindungslehrerinnen Katarina Jurcevic und Alina Renner organisiert.

Angeboten wurde beispielsweise eine Fahrradtour nach Ringsheim. Dort wurde die einzigartige „Mechanisch-Biologische Abfallbehandlungsanlage“ besichtigt. Was sich zunächst nicht besonders spektakulär anhört, beeindruckte die Schülerinnen und Schüler jedoch sehr. Zum einen ist der Aufwand, den die Müllverwertung erfordert, schon erstaunlich. Das Ergebnis des energieautarken und nahezu emissionsfreien Behandlungsverfahrens aber noch viel erstaunlicher, denn ganze 93 % der Resthaushaltsabfälle werden zu hochwertigen Energieträgern und Rohstoffen umgewandelt.

Dass es aber trotz dieser äußerst erfolgreichen Abfallaufbereitung höchste Zeit ist, Abfall zu vermeiden, zeigte sich eindrücklich dem Schülerteam, das sich der Frage widmete: „Wie stark sind deutsche Fließgewässer mit Plastikmüll belastet?“. Die „Plastikpiraten“ entnahmen an der Elz Wasser- und Bodenproben und untersuchten diese auf die Inhaltsstoffe, z. B. Mikroplastik. Die beachtlichen Werte wurden auf einer digitalen Landkarte im Internet eingetragen. Diese von den Schülerforschern gewonnenen Daten sollen von der Kieler Forschungswerkstatt weiter ausgewertet werden. Damit leisten die Schülerinnen und Schüler der Carl-Helbing-Schule einen Beitrag zur Forschung über die Verbreitung von Makro- und Mikroplastik.

Neben zahlreichen anderen Exkursionen konnten die Schülerinnen und Schüler auch in der Schule interessante Angebote belegen. Trinkwasserknappheit, Wechselwirkungen zwischen Mensch und Umwelt, Kräuter, Papier-Recycling, die Rolle der Bienen u. a.  waren Themen.

Viele Schülerinnen und Schüler nahmen auch gerne an den kreativen Angeboten teil. So wurden zum Beispiel Kräutersalz aus verschiedensten Kräutern hergestellt und hübsch verpackt, Blumenbomben aus Erde und Samen gefertigt, die die Schulwiesen bienenfreundlicher gestalten werden, Papier geschöpft, selbst gefertigte Brotaufstriche verkostet und Umweltcomics gezeichnet.

Es zeigte sich, dass auch Vorträge fesselnd und äußerst unterhaltsam sein können, als Wolfgang Frey, international erfolgreicher Architekt, seinen Vortrag über umweltfreundliches Bauen  und erneuerbare Energien hielt. Neben dem außerordentlichen Erfolg des Architekten imponierte den Schülerinnen und Schülern insbesondere auch die Konsequenz und das Rückgrat, mit denen Wolfgang Frey seine Ideen vom nachhaltigen Bauen schon sehr früh umgesetzt hat, nämlich zu einer Zeit, als diese noch nicht dem Zeitgeist entsprachen, sondern nur von wenigen als klug und vorausschauend erkannt wurden. „Einfach nur cool!“ bewertete die Schülerschaft den Vortrag von Wolfgang Frey dann auch einhellig.

 

„Auf diese Weise wird der Schulalltag abwechslungsreicher und wir lernen zusätzliche Dinge“, antwortete Schülersprecher Can Bilici auf die Frage, warum er sich so viel Arbeit mit der Vorbereitung des Umwelttags gemacht habe. Rascha Dawli pflichtete ihm bei: „Das Engagement für den Umwelttag hat mir persönlich auch viel gebracht, weil ich durch das Anschreiben der Unternehmen, Organisationen und der Presse viel Neues gelernt habe, außerdem hat es Spaß gemacht, etwas auszuprobieren.“

Abgerundet wurde das Angebot durch ein Frühstück aus fair gehandelten und biologisch erzeugten Nahrungsmitteln sowie einer Ausstellung eines Ethikkurses, die Anspruch und Wirklichkeit umweltfreundlicher Konsumalternativen unter die Lupe nahm. Es zeigt sich: Wenn alle zusammenarbeiten, „geht was“ – beim Umweltschutz und in der Schule.

Bild (C-H-S): Niklas Bührer, Laura Gutjahr und Leonie Fleig am Umwelttag bei der Verkostung von selbst hergestellten Bio-Brotaufstrichen