»Chillen und chatten reicht nicht!« – Gymnasiasten der Carl-Helbing-Schule führen Bewerberprojekt in Kooperation mit Roche durch

In Zusammenarbeit mit dem Pharmakonzern Roche erhielten Schülerinnen und Schüler des Profils Internationale Wirtschaft der Carl-Helbing-Schule in Emmendingen ein Bewerbertraining, um sich erfolgreich für Ausbildungs- und Studienplätze bewerben zu können. Die Schülerinnen und Schüler erstellten  Bewerbungsunterlagen, führten ein Bewerbungsgespräch und erlebten ein Assessment Center. Während des zweitägigen Projekts war zu erfahren, worauf Unternehmen neben guten Noten besonderen Wert legen und was absolute „no-gos“ sind. „Das Teamverhalten der Bewerber spielt für uns auch eine entscheidende Rolle. Daher führen unentschuldigte Fehltage und die Verhaltensnote „befriedigend“ zur sofortigen Absage“, so die für Ausbildungsberufe und duale Studiengänge verantwortliche Personalleiterin, Sandra Kippenhan, der Roche Diagnostics GmbH in Mannheim.

Das Bewerberprojekt startete mit einer Präsentation von Yanick Heiss in der Schule in Emmendingen. Er machte im Jahr 2018 das Abitur an der Carl-Helbing-Schule und ist nun im Rahmen eines dualen Studiums, Betriebswirtschaftslehre – Industrie/internationale Ausrichtung), bei Roche Diagnostics GmbH in Mannheim beschäftigt. Er informierte über die vielfältigen und attraktiven Ausbildungsmöglichkeiten und den Bewerbungsprozess bei Roche Diganostics GmbH in Mannheim. Erstaunt nahmen die Schülerinnen und Schüler zur Kenntnis, warum Retests durchgeführt werden. „Beim Retest sind im Unternehmen ähnliche Fragen wie beim Onlinetest zu beantworten. Damit wird überprüft, ob der Bewerber die Fragen des Onlinetests tatsächlich selbstständig beantworten kann“, so der duale BWL-Student Yanick Heiss.

Viele Schülerinnen und Schüler fragen sich, ob sie den Anforderungen eines dualen Studiums gewachsen seien. Dazu stellte Yanick Heiss fest: „Die Anforderungen im Wirtschaftsstudium sind höher als in der Schule. Aber auf der anderen Seite ist man als Abiturient eines Wirtschaftsgymnasiums eindeutig im Vorteil gegenüber Abiturienten mit geringen Wirtschaftskenntnissen. Ich fühle mich nicht unterfordert, aber auch nicht überfordert.“

Die Schülerinnen und Schüler hatten im Vorfeld fiktive Bewerbungen an das Unternehmen verfasst und bekamen beim Besuch im Unternehmen in Mannheim von Sandra Kippenhan, Personalleiterin für Ausbildungsberufe und duale Studiengänge, ein ausführliches Feedback. Es fiel überwiegend positiv aus. „Mir wurde klar, dass es trotz aller Vorlagen ganz schön schwer ist, ein gutes Motivationsschreiben zu formulieren. Die Begründung, warum man ausgerechnet diesen bestimmten dualen Studienplatz bei genau diesem Unternehmen haben möchte, fiel mir am schwersten“, resümierte Laura Gutjahr. Im anschließenden simulierten Bewerbungsgespräch zeigte sich, dass eine gute Vorbereitung auf das Gespräch das A und O ist. „Es ist unangenehm, Fragen zum Unternehmen nicht beantworten zu können“, stellte am Ende Sergio Neumann fest. „Gut war, dass wir miterlebt haben, wie ein Bewerbungsgespräch in der Realität abläuft und welche konkreten Fragen gestellt werden. Das ist etwas ganz anderes, als darüber etwas zu lesen“, äußerte Xaver Weiß.

Beim abschließenden Assessment Center ging es darum, dass eine Bewerbergruppe unter Beobachtung die Organisation eines Schulfests simulieren sollte. „Hierbei ist es ausschlaggebend, ob die Bewerber in der Lage sind, sich sozial kompetent in die Diskussion einzubringen und dazu beitragen, die Diskussion zu einem guten Ergebnis zu führen“, merkte Sandra Kippenhan, die sich auch hier überwiegend zufrieden zeigte, an. Es wurde deutlich, dass Noten wichtig, aber nicht alles sind. Soziale Kompetenz steht nach wie vor hoch im Kurs. Dazu gehört auch, dass man neben „chillen und chatten“ eine den Arbeitgeber überzeugende Freizeitbeschäftigung anführen kann.

Bild: Schülerinnen und Schüler der Klasse WGI 12-3 der Carl-Helbing-Schule im Schulungsraum bei Roche Mannheim.
Die schriftlichen Einwilligungen für die Veröffentlichung des Bilds und der Namen liegen der Schule vor.